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  Meine Muscheln / Corbicula sp.
 


Wie eine Muschel so prinzipiell aussieht weiß ja jeder - aber ein paar Einzelheiten wollte ich auf dieser Seite doch einmal zusammentragen. Der Anlass, mich damit näher zu beschäftigen, ist ja der, dass ich seit dem 05.11.08  fünf goldene Körbchenmuscheln pflege. Ob der Name Corbicula javanicus richtig ist , kann ich noch nicht sagen - es gibt da wohl mehrere ähnliche Arten, aber so gut kenne ich mich da noch nicht aus. Zumindest habe ich sie unter diesem Namen bekommen. 
Ursprünglich kommen sie wohl aus China und Taiwan. Inzwischen leben sie aber auch im Rhein und im Bodensee und vielen anderen heimischen Orten.



Hier ist ein Teil der Neuankömmlinge zu sehen, eine hat sich schon auf die Seite gedreht, um sich zu vergraben.

Eine Seite ist nicht wie die andere Seite - hier befinden sich Mund und After an den gegenüberliegenden Enden der Längsachse. 
Der Fuß der Muschel dient zum eingraben und ist bei vielen Muscheln als beilförmiges Grabeorgan ausgebildet. Ich hätte nicht gedacht, dass sie dieses so schnell bewerkstelligen können. Aber auch nach der " Überlebenskontrolle" - ich habe sie nach einem Monat mal alle fünf wieder ausgegraben, waren sie nach wenigen Minuten wieder vollständig verschwunden. Sie stecken den Fuß dazu senkrecht in den Untergrund , verankern ihn durch "aufquellen" und ziehen sich dann so befestigt nach unten.

Jede Muschelart hat ihre characteristische Schalenbeschaffenheit bezüglich Farbe, Größe und Musterung -  auch dies dient neben dem Verschluß und anderen Dingen zur genauen Bestimmung. Innen in der Schale gibt es ein bis zwei Kalkschichten, die nach außen durch eine Prismenschicht  und nach innen durch eine Perlmuttschicht abgeschlossen werden.

Meine Körbchenmuscheln sind goldgelb und haben wie auf dem Foto zu sehen, eine starke Querriffelung. Viel größer als die 2,5 cm bis 3 cm , die sie zur Zeit haben, sollen sie auch nicht werden. Es sind Süßwassermuscheln , man findet sie oft in Flüßen. Kurzfristig wird wohl auch leichtes Brackwasser vertragen.

Sie haben kurze Siphone , die sie  aus dem Bodengrund stecken um ihre Nahrung aus dem Wasser zu filtrieren. Sie werden aus einer Verlängerung des Mantels gebildet und es gibt eine Einströmöffnung und eine Ausströmöffnung.  Auch die Kiemen haben oft  eine Doppelfunktion - Atmung und Nahrungsfang - weshalb sie sehr groß angelegt sind. Sie filtern Detritus  und Kleinplankton,  kleiner 0,05 mm und führen das dann der Mundöffnung zu..



Muscheln, die einen längeren Siphon besitzen können mit diesem auch wie ein Staubsauger den Bodengrund absaugen. Dazu dient auch die Wimpernrinne, die man ja oben erkennen kann, sie strudelt die Nahrung ein.

Die meisten Sinneszellen sitzen auch in diesem Bereich - hier wird chemisch die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt geprüft - und notfalls halt der Deckel geschlossen- aber auch Tastzellen sitzen hier und es gibt zumindest eine Lichtempfindlichkeit über die Haut - manche  Muschelarten haben sogar Augen.

Die Körbchenmuscheln sind wohl recht temperaturanpassungsfähig - sie können halt sowohl unsere heimischen Temperaturen überleben, wie auch Temperaturen um die 30 Grad , wenn denn genug Sauerstoff im Wasser ist. Für eine Muschel rechnet man so 10 l bei stark besetzten Becken oder guter zusätzlicher Fütterung und sonst 20 bis 30 l bei schwach besetzten Becken. Der PH - Wert sollte  +/- 1 um den Neutralpunkt liegen und das Wasser nicht zu weich sein. Zur Zucht sollte die Temperatur aber über 24 Grad liegen.

Muscheln sind  überwiegend getrennt geschlechtlich, allerdings erfahren
einige Arten  im Laufe ihres Lebens eine mehrfache Geschlechtsumstimmung. Körbchenmuscheln sind allerdings Zwitter. Geschlechtsreif werden sie etwa mit 3 Jahren.

Entweder werden die Eier im freien Wasser befruchtet oder der Samen eingestrudelt und die kleinen Muscheln entwickeln sich geschützt zwischen den Schalen (ovovivipar) in Brutbeuteln.  
Fast alle Süßwassermuscheln betreiben  diese Form der Brutpflege auch die Körbchenmuscheln. Die kleinen Muscheln werden erst nach knapp einem Jahr entlassen. 
Bei anderen Muschelarten geht die Entwicklung über zwei Larvenformen , aber hierauf möchte ich nicht näher eingehen.

Mehr Informationen gibt es :

Lehrbuch der speziellen  Zoologie , Band 1 Wirbelose Tiere, 3 ter Teil ( begründet von A. Kaestner)

http://nis.gsmfc.org/nis_factsheet.php?toc_id=128